Zähne



Was ist zu beachten? 

Mundhygiene bedeutet nicht nur, die Speisereste der letzten Mahlzeit wegzubürsten. Bereits unter natürlichen Bedingungen sind im Biotop Mundhöhle circa fünf Billionen Bakterien aus 300 Arten anzutreffen. Die meisten von ihnen verrichten nützliche Arbeit unter hervorragenden Lebensbedingungen: Optimale Feuchtigkeit und Temperatur und dazu noch Nahrung in Hülle und Fülle.

Einige davon sind jedoch maßgeblich an der Entstehung der Volkskrankheiten Karies und Parodontitis beteiligt. Deshalb ist die tägliche Mundhygiene für die Gesunderhaltung der Zähne und des Zahnfleisches sowie für einen frischen Atem unerlässlich. Neben der richtigen Putztechnik spielen auch die Wahl der Zahnbürste und die Prophylaxe mit Fluoriden eine entscheidende Rolle bei der Verhütung von Karies- und Zahnfleischerkrankungen.

Die wichtigsten Utensilien zur regelmäßigen Entfernung krankmachender Zahnbeläge bei Milchzähnen sind eine kindgerechte Zahnbürste und Kinderzahnpasta.

Mit der Zahnbürste allein werden nur etwa 60 Prozent der Zahnoberfläche erreicht. Für Kinder und Jugendliche mit bleibenden Zähnen stehen daher zusätzliche Hilfsmittel zur Verfügung: Gegenstände zur Reinigung der Zahnzwischenräume (zum Beispiel Zahnseide) und unterstützende Maßnahmen auf chemischer Grundlage (zum Beispiel Mundspülungen).

 

Übertragung von Karies 

Die Infektion eines Kleinkindes mit den sogenannten Karies-Bakterien erfolgt normalerweise durch die Mutter oder andere direkte Bezugspersonen über Löffel, Schnuller oder Kuss.

Je später dieser Erstkontakt mit den Karies-Erregern erfolgt, umso widerstandsfähiger ist die Mundhöhle gegen die Bakterien, denn die Besiedlungsplätze sind dann meist schon von anderen, harmloseren Mikroorganismen eingenommen und lassen so den Karies-Bakterien keinen Platz mehr. Deshalb ist es besonders wichtig, dass die Kontaktpersonen selbst keine infizierten kariösen Zähne haben.

Durch Speicheltests lässt sich feststellen, ob zum Beispiel die Mutter einen hohen Anteil dieser schädlichen Keime im Mund trägt. Es können entsprechende Vorsorgemaßnahmen getroffen werden. Karies anfällige oder unbehandelte Personen mit Erkrankungen der Mundhöhle sollten den Schnuller oder die Esswerkzeuge des Babys nicht in den Mund nehmen.

Untersuchungen belegen, dass sich die durch kariös zerstörte Milchzähne gebildete Bakterienflora im bleibenden Gebiss fortsetzen kann: Zerstörte Milchzähne sind ausgezeichnete Nistplätze für Kariesbakterien und stecken so die bleibenden Zähne schon während des Durchbruchs an. Gelingt es, die Milchzähne gesund zu erhalten, kann sich das bleibende Gebiss optimal entwickeln.

 

 


 Die ersten Zähnchen kommen 

Im Alter von etwa sechs Monaten bekommen Babys ihre ersten Zähnchen - meist ist einer der mittleren Schneidezähne im Unterkiefer der erste Zahn. 

Die meisten Kinder bekommen ihre Milchzähne in dieser Reihenfolge:

  • Mittlere Schneidezähne circa sechster bis achter Lebensmonat 
  • Seitliche Schneidezähne circa achter bis zwölfter Lebensmonat 
  • Vordere Mahlzähne circa zwölfter bis 16. Lebensmonat 
  • Eckzähne circa 16. bis 20. Lebensmonat 
  • Hintere Mahlzähne circa 20. bis 30. Lebensmonat

Das Milchgebiss besteht aus 20 Zähnen. Der genaue Zeitpunkt des Durchbruchs ist sehr variabel, so kann der erste Schneidezahn schon im vierten Monat oder auch erst im 14. Monat erscheinen.

In sehr seltenen Fällen haben Neugeborene bereits bei der Geburt Zähne, sogenannte "dentes connati". Prominentes Beispiel soll der französische Sonnenkönig Ludwig XIV gewesen sein.

Das Zahnen kann gelegentlich mit erheblichen Schmerzen, Fieber, Rötung und Schwellung des Zahnfleisches, verstärktem Speichelfluss und generellem Unwohlsein verbunden sein.

Ab welchem Alter zum Zahnarzt?

Die Empfehlungen sind sehr unterschiedlich. Zum einen kontrolliert auch der Kinderarzt bei den regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen (U1bis J1) den Zustand der Zähne. Zum anderen ist der Zahnarzt auch bei gesunden Milchzähnen der beste Ansprechpartner wenn es um die richtige Zahnpflege der ersten Zähne geht. Die Zahnpflege beginnt mit dem ersten Zahn.

Besuchen Sie ab einem Alter von etwa zwei Jahren regelmäßig mit Ihrem Kind den Zahnarzt. So lernt das Kleinkind eine Zahnarztpraxis kennen, ohne dass in seinem Mund schon gebohrt oder gezogen, ihm also wehgetan werden muss.

Tipp: Bringen Sie Ihr Kleinkind sobald Sie es auch sonst zu kleinen Besorgungen mitnehmen können, zu Ihrem Zahnarzt-Kontrolltermin mit. Es lernt auf diese Weise, dass der Untersuchungstermin beim Zahnarzt etwas ganz Normales ist und es lernt gleichzeitig die ungewohnte Umgebung näher kennen.

Fingerlutschen und Schnuller

Bereits im ersten Lebensjahr kann das Dauernuckeln an Schnuller oder Fingern zu Verformungen des Kiefers führen.

Ab dem dritten Lebensjahr hat Dauernuckeln an Schnuller und Fingern meist eine bleibende Verformung des Kiefers zur Folge. Sie kann zwar meist durch eine aufwendige kieferorthopädische Regulierung später wieder behoben werden. Doch das Tragen einer Regulierung ist mit erheblichen psychischen und finanziellen Anstrengungen verbunden.

Vorzeitiger Milchzahnverlust 

Durch den frühzeitigen Verlust von Milchzähnen wird das Kieferwachstum gehemmt. Dies kann es zu einem Platzmangel für die bleibenden Zähne führen, die schon teilweise ausgebildet unter den Milchzähnen im Kiefer liegen.

Vorzeitigen Verlust vermeiden

Eine häufige Ursache ist Karies. Es gibt Kleinkinder, denen die Zähne wegbrechen, weil sie entsprechend von Karies durchlöchert sind. Dagegen schützen gründliche Zahnpflege und zahngesunde Ernährung vom ersten Zahn an. Durch ständiges Nuckeln von gesüßten Getränken kann es zum sogenannten Nuckelflaschenkaries kommen. Eltern sollten ihrem Kind daher nicht das Fläschchen zum Dauernuckeln überlassen.

Der Verlust eines Milchzahns durch einen Unfall ist deutlich seltener. Es lohnt sich immer, mit dem abgebrochenen Zahn direkt zum Zahnarzt zu gehen. Vielleicht kann der Zahn gerettet werden.

Der Zahnwechsel 

Zwischen dem fünften und dem siebten Lebensjahr brechen die ersten bleibenden Zähne durch. Der erste bleibende Zahn ist meistens ein Backenzahn. Er stößt hinter der Milchzahnreihe durch.

Erst danach beginnen die Milchzähne zu wackeln und durch bleibende Zähne ersetzt zu werden:

  • Zwischen dem sechsten und achten Lebensjahr die ersten, sogenannten mittleren Schneidezähne 
  • Zwischen dem siebten und neunten Lebensjahr die zweiten, sogenannten seitlichen Schneidezähne 
  • Zwischen dem neunten und 13. Lebensjahr die Eckzähne 
  • Zwischen dem neunten und zwölften Lebensjahr die ersten Backen- oder Milchmahlzähne 
  • Zwischen dem zehnten und 14. Lebensjahr die zweiten Backen- oder Milchmahlzähne 
  • Zwischen dem 16. und 40. Lebensjahr die Weisheitszähne

Bevor die Milchzähne zu wackeln beginnen scheinen die Zahnzwischenräume, sogenannte "lückige Zahnstände", links und rechts größer zu werden. Dies ist während des Zahnwechsels ganz normal. Durch entsprechendes Wachstum stellt der Kiefer sicher, dass für die größeren bleibenden Zähne genügend Platz vorhanden ist, um eine Schachtelstellung zu verhindern.

Die hinteren Backenzähne (Molaren) haben generell keine Milchzahnvorgänger, sie entstehen nur im bleibenden Gebiss.

Das bleibende Gebiss besteht aus 32 Zähnen. Jetzt heißt es, besonders gut auf die Zahnpflege zu achten, denn diese Kauwerkzeuge werden ein Leben lang gebraucht und tragen erheblich zum Aussehen bei.

Angst vor dem Zahnarzt? 

Eine fremde Umgebung, noch dazu mit weißen Kitteln und bohrenden Geräuschen, kann den Kleinen schon eine gehörige Portion Angst einflößen, besonders dann, wenn der erste Zahnarztbesuch auch noch wegen akuter Schmerzen stattfindet. Wie in vielen anderen Bereichen prägt auch beim Zahnarztbesuch das Ersterlebnis ganz entscheidend das weitere Verhalten bei späteren Besuchen bis ins hohe Lebensalter. Deshalb sollten nachfolgende Punkte besonders beachtet werden:                                                                                                 

·        Bringen Sie Ihr Kleinkind sobald Sie es auch sonst zu kleinen Besorgungen mitnehmen können, zu Ihrem Zahnarzt-Kontrolltermin mit. Es lernt auf diese Weise, dass der Untersuchungstermin beim Zahnarzt etwas ganz Normales ist und es lernt gleichzeitig die ungewohnte Umgebung näher kennen.

·        Ab einem Alter von etwa zwei Jahren wird dann der Zahnarzt vorsichtig versuchen in den Mund zu schauen. Wenn dies beim ersten Mal noch nicht so ganz klappt, ist es nicht so schlimm, als wenn der Zahnarzt wegen akuter Schmerzen unbedingt behandeln muss.

·        Nach erfolgreicher Behandlung loben Sie Ihr Kind, vielleicht auch mal mit einem kleinen Geschenk für die außerordentliche Tapferkeit; gleiches tut in der Regel auch Ihr Zahnarzt. 

·        Bereiten Sie Ihr Kind schon zu Hause auf den Zahnarztbesuch vor und hüten Sie sich vor Drohungen wie "Wenn Du nicht brav bist ...!". Ihre Vorbildfunktion auch bei der Inspektion im Zahnarztstuhl ist für das Kleinkind von immenser Bedeutung.

·        Bereiten Sie Ihre Zahnarztpraxis darauf vor, wenn Sie das erste Mal Ihr Kind zum Untersuchen oder zur ersten Zahnbehandlung bringen. 

·        Sollte Ihr Kind plötzlich während der Behandlung Angst bekommen, hilft nur gutes Zureden und eine vorsichtige Erklärung der nächsten Behandlungsschritte in kindgerechter Sprache. Hilfreich ist es auch, das Kind auf den Schoß zu nehmen und dadurch zu beruhigen. 

·        Keinesfalls sollte die Behandlung gegen den Widerstand der kleinen Person durchgesetzt werden, es sei denn, es handelt sich um eine ärztlich dringend erforderliche Behandlung.

Schonende Pflege für kleine Zähnchen 

Sobald der ersten Zahn durchbricht, sollte vorsichtig mit der Zahnpflege begonnen werden.Es gibt bereits für die ersten Zähnchen spezielle Zahnbürsten, die besonders weiche Borsten und speziell gepolsterte Bürstenköpfe haben. Die ersten vier Zähne können jedoch auch noch mit einem Wattestäbchen  oder einer Stoffwindel täglich einmal gründlich abgewischt werden.

Die Milchzähne sollten einmal täglich gründlich gereinigt werden. Das Zähneputzen ist im ersten Lebensjahr noch alleinige Aufgabe der Eltern. Dabei kann die KAI-Methode helfen: Zuerst werden die Kauflächen gebürstet, danach die Außenseiten der Zähne und zum Schluss die Innenseiten.

Als Zahnpasta eignen sich spezielle Kinderzahnpasten. Sie sollten möglichst neutral schmecken, um keine Assoziationen mit Süßigkeiten zu wecken. Der Zusatz von wirksamem Aminfluorid zum Schutz vor Karies wird von Zahnärzten empfohlen. Eine erbsengroße Menge fluoridhaltiger Kinderzahnpasta reicht - mehr nicht, da sonst Fluoridvergiftungen drohen. Zusätzlich empfehlen Kinderzahnärzte, im Haushalt jodiertes Speisesalz mit Fluorid zu verwenden.


Zahnpflege ab dem zweiten Lebensjahr 

Nach dem ersten Geburtstag sollten die Zähne zweimal täglich gereinigt werden.

Kleinkinder ahmen gerne nach, was Erwachsene machen. Das gilt auch für das Zähneputzen. Lassen Sie Ihre Kinder daran teilhaben, wenn Sie sich die Zähne putzen. Zeigen Sie ihnen, was Sie machen, worauf es ankommt (zum Beispiel das Putzgeräusch, alle Zähne putzen) und lassen Sie sich mal von Ihrem Nachwuchs die Zähne reinigen. Anschließend sind dann die Kinder an der Reihe.

Erklären Sie Ihrem Kind die KAI-Methode. Beim Zähneputzen kommt es nicht auf Schnelligkeit an. Jeder Zahn sollte gründlich gereinigt werden. Das dauert zwischen zwei und drei Minuten. Eine Zahnputzuhr zeigt den Kindern, wie lange es dauert. Wichtig ist, schon die Kleinen zum regelmäßigen Zähneputzen zu motivieren. Gehen Sie dabei mit gutem Beispiel voran!

Es gibt für jedes Alter die passende Zahnbürste. Kinderzahnbürsten haben besonders weiche Borsten und speziell gepolsterte Bürstenköpfe. Der Zahnbürstengriff sollte rutschfest und lang genug sein, damit ihn auch eine erwachsene Hand gut führen kann.

Bis zum sechsten Lebensjahr empfehlen Kinderzahnärzte Eltern, die Zähne ihrer Kinder nachzuputzen.


 Stillen 

Stillen ist optimal für die Entwicklung des Kiefers und die Motorik des Mundes. Gestillte Kinder brauchen seltener eine kieferorthopädische Behandlung.

Durch die gute Entwicklung der Muskulatur und der Sprechwerkzeuge sprechen gestillte Kinder leichter und benötigen seltener logopädische Unterstützung. Durch das Stillen wird der korrekte Lippenschluss trainiert. Dieser ist wichtig, da nur so die Nasenatmung und das Sprechen richtig erlernt werden.

Nur die Brust der Mutter passt sich immer optimal den Bedürfnissen des kindlichen Kiefers an. Dies schafft bisher kein Schnuller oder Sauger.

Stillen und Karies

Wie der Name bereits vermuten lässt, haben die Milchzähne ihren Namen daher, dass sie durchbrechen, während das Kind noch Muttermilch bekommt.

Viele Zahnärzte äußern Bedenken, wenn sie hören, dass ein Kind längere Zeit gestillt wird und bereits Zähne hat. Vor allem dann, wenn das Kind auch noch nachts gestillt wird. Stillen und Muttermilch werden dabei fälschlicherweise gleichgesetzt mit Flaschenfütterung und künstlicher Säuglingsnahrung.

Dabei unterscheiden sich die Trinktechniken an Flasche und Brust ganz erheblich. Während des Stillens umspült die Muttermilch nicht ständig die Zähne, wie es bei einem mit der Flasche gefütterten Kind der Fall wäre. Die Muttermilch gelangt erst weit hinter den Zahnleisten in den Mund und wird dort direkt reflexartig vom Kind geschluckt. Die Muttermilch läuft nicht einfach so aus der Brust, wie es bei der Flasche normal ist, sondern das Kind muss aktiv arbeiten und schlucken.

Stillkinder schlafen - nicht zuletzt, weil sie weniger Atemwegserkrankungen haben - seltener mit offenem Mund und atmen mehr durch die Nase. Wenn Kinder mit offenem Mund schlafen, trocknen die Zähne (und bevorzugt die Schneidezähne) und der Speichel kann die Zähne nicht mehr so wirksam mit Mineralstoffen versorgen. Gleichzeitig haben Kariesbakterien ein leichteres Spiel. Sehr oft lassen sich massive Kariesprobleme bei Kindern feststellen, die mit offenem Mund schlafen. 

Muttermilch enthält Laktose. Laktose ist ein Zweifachzucker, der normalerweise nicht im Mund, sondern im Magen-Darm-Trakt in die beiden Einfachzucker Glukose und Galaktose aufgespalten wird. In der Muttermilch sind neben der Laktose auch Substanzen enthalten, die vor Streptococcus mutans schützen, einem Bakterium, das Karies verursacht.                                                                                                                  

Unverzichtbar sind in jedem Fall eine gründliche Zahnpflege ab dem ersten Zahn und eine ausgewogene Ernährung.

 

 Die Nuckelflasche 

Viele Babys beruhigt es, wenn sie etwas zum Nuckeln und zum Trinken haben.

Gerade wenn sie einmal nicht so gut drauf sind, sei es beim Zahnen, bei sonstigen Wehwehchen oder einfach nur aus Langeweile, kann so eine Nuckelflasche für das Baby und die Eltern hilfreich sein.

Doch Vorsicht: Mit dem Nuckeln wird das Problem sicher nicht gelöst und es werden eventuell die Milchzähne geschädigt. Die Ursache sind stark zuckerhaltige Getränke wie Obst- und Vitaminsäfte, die den Zahnschmelz angreifen und ein idealer Nährboden für Karieserreger sind. Honigschnuller stellen aufgrund des Kariesrisikos auch keine Alternative dar.

Das Trinken aus der Flasche sollte auf das erste Lebensjahr begrenzt sein. Kinder können schon mit zehn oder zwölf Monaten lernen, aus einem (Kunststoff-) Becher zu trinken.

Trinkflaschen für unterwegs sind praktisch. Sie sollten aber nur mit Wasser oder ungesüßtem Tee gefüllt sein.

Saft, Milch und andere zucker- oder säurehaltige Getränke schmecken auch zu den Mahlzeiten und sollten auch nur dann angeboten werden. Zwischen den Mahlzeiten sind Wasser und ungesüßter Tee die idealen Durstlöscher.

Zucker als Kariesverursacher 

Die Mund-Bakterien ernähren sich vorzugsweise von Zucker, der in der heutigen Zeit zu einem Hauptanteil der Nahrung geworden ist. Nicht nur in Süßigkeiten, sondern auch in Ketchup, Fruchtjoghurt und vielen anderen Nahrungsmitteln ist Zucker in unterschiedlicher Menge enthalten.                                                                                                      

Die an sich harmlosen Mundbakterien scheiden Säure als Stoffwechselprodukt aus. Diese Säure greift den ungeschützten Zahnschmelz an und zerstört ihn. Karies entsteht durch die Entkalkung (Demineralisation) des Zahnschmelzes. Auf diesem Umweg schädigt Zucker die Zähne. 

Raffinierter Zucker, Rohrzucker und Honig wirken sich alle ungefähr gleich stark auf die Kariesentstehung aus. Honig ist allerdings besonders gefährlich, da er klebrig ist und daher lange am Zahn haftet.

Untersuchungen haben gezeigt, dass sich der Verzehr von Süßigkeiten während der Hauptmahlzeiten oder kurz danach, zum Beispiel als Dessert, weniger schädlich auf die Zähne auswirkt, als wenn die gleiche Menge Süßigkeiten über den ganzen Tag verteilt verzehrt wird. Die Bakterien produzieren in diesem Fall ein Vielfaches an Säure, die den Zahnschmelz ständig angreift, und das Kariesrisiko erhöht sich rapide.

Besonders heimtückisch sind süße Getränke wie Limonade, Cola oder gesüßter Tee. Sie enthalten etwa 20 Gramm Zucker pro Glas. Die Gefahr ist besonders groß, wenn nur ab und zu ein kleiner Schluck getrunken wird und die Getränke noch zusätzliche Säuren enthalten.


Orangensaft als Zahnkiller? 

Ausgesprochen schädlich für die Zähne können auch Früchte und Saftgetränke sein. Bei übermäßigem Verzehr können die darin enthaltenen Fruchtsäuren sogenannte Erosionen an der Zahnhartsubstanz bewirken. Dadurch wird zunächst der Schmelz angegriffen, im fortgeschrittenen Stadium kann auch das tiefer liegende Dentin (Zahnbein) mit betroffen sein.

Zur Vorbeugung solcher Schäden sollte deshalb nach dem Genuss säurehaltiger Mahlzeiten der Mund mit lauwarmem Wasser ausgespült werden. Zahnpflege mit Zahnbürste und Zahnpasta sollte frühestens eine halbe Stunde später erfolgen. Sonst werden die durch Säure angegriffenen Zahnoberflächen zusätzlich durch den mechanischen Abrieb des Bürstens geschädigt.

Übrigens: Besondere Kariesgefahr besteht auch für den, der ständig mit einem Strohhalm an zuckerhaltigen Limonaden oder Säften "nuckelt". Es ist deshalb besser, ein Glas Saft auf einmal auszutrinken, als immer wieder einen kleinen Schluck zu nehmen.

So ist es richtig 

Zähne brauchen Hartes zum Kauen, nach Möglichkeit zum Schluss einer Mahlzeit. Ein gesundes Frühstück besteht daher zum Beispiel aus Knäcke- oder Vollkornbrot mit Butter, Wurst oder Käse, kombiniert mit Gurke, Tomate und Salat, zusätzlich zu saftigen Früchten und einem honigfreien Müsli 

Generell sollten eiweißreiche aber fettarme Lebensmittel wie Linsen, Bohnen, Getreide sowie mageres Fleisch und Fisch verzehrt werden. Frisches Obst und Gemüse sowie Milch beziehungsweise Milchprodukte sorgen für die wertvollen Vitamine und Spurenelemente, beispielsweise Vitamin D und Kalzium. Mindestens die Hälfte der täglichen Lebensmittel sollte ungekocht als Rohkost verzehrt werden. 

Süßigkeiten sollten nur zu oder direkt nach den Hauptmahlzeiten, etwa als Dessert vernascht werden. Für die Zahngesundheit gilt: Lieber eine ganze Tafel Schokolade auf einmal, als stückchenweise über den ganzen Tag verteilt.

 

Tipps und Tricks

 

·       Gehen Sie mit gutem Beispiel voran, Kinder orientieren sich an den „Großen“. Zeigen Sie dem Kind wie fröhlich Sie beim Zähne putzen sind summen Sie z.B. ein Lied. Lassen Sie sich von Ihrem Kind helfen beim putzen.

 

·       Erklären Sie Ihrem Kind an Hand von Bilderbüchern oder Rollenspielen mit Teddy oder Puppe wie wichtig die Zahnpflege ist.

 

·       Wichtig ist, dass Ihr Kind sich beim Zähneputzen sehen kann. (Spiegel)

 

·       Ein Sonnen-Regen-Kalender motiviert jeden Tag zum Zähneputzen. Bei guter Zahnpflege wird eine Sonne gezeichnet, ansonsten gibt es eine Regenwolke.

 

·       Auch ein Zeitmesser motiviert die Kinder (Sanduhr)

 

·       Ein lustiges Gedicht oder Lied bringt auch Schwung in die Pflege.

 

·       Verpacken Sie das Nachputzen in ein kleines Spiel. Mal sehen, was du heute gegessen hast! Anschließend werden die Nahrungsmittel die heute auf dem Speisplan standen aufgezählt. Dann einfach sage Ahh da hat sich noch eine ……..(Kartoffel) versteckt usw.

 

 

·       Fingerspiel:

Das ist der Daumen, groß und stark

Der isst am liebsten Obst und Quark.

Das ist der Zeigefinger,

der isst Gemüse und zwar immer.

Der Finger in der Mitte,

der mag die Vollkornschnitte.

Und hier, der Finger mit dem Ring,

dem schmeckt Zitronenvitermin.

Nur dieser kleine Zappelbarde,

der isst am liebsten Schokolade.

Reime zum Zähneputzen

 

·       Steh´ich vor dem Spiegel, seh´ich meinen Mund.

          Mit vielen weißen Zähnen, groß und klein und rund.

          Putz´ich oft die Zähne, ernähre mich gesund.

          Bleiben sie mir erhalten, in meinen Mund.

 

·       Zahnbürste tanz in meinem Mund,

Halt die Zähne mir gesund.

Rauf und runter, hin und her,

Zähneputzen ist nicht schwer.

 

·       Wenn man nach dem Zähneputzen

Abends noch was Süßes isst,

hat das Putzen wenig Nutzen,

weil das Süße Löcher frisst.

 

·       .Sch-sch-sch die Eisenbahn,

sch-sch-sch, da kommt sie an,

Fährt nach hier, fährt nach dort,

sch-sch-sch ist sie fort.

 

·       A,B,C

mir tun die Zähne weh.

Ich muss sie besser putzen,

Sonst hat es keinen Nutzen.

Und wenn die Zähne blinken,

Dann hör´n sie auf zu stinken.

Hilfe bei Zahnen

 Homöopathie

 

·       Aconitum: plötzliche anfallsweise Schmerzen mit Unruhe und großem Durst.

·       Belladonna: Gesicht knallrot und heiß, Hände und Füße kalt; Schmerze kommt und geht plötzlich; wenig Durst.

·       Calcium carbonicum: korpulentes Kind mit großem Kopf, schwitzt nachts am Hinterkopf; späte Zahnung

·       Chamomilla: Hauptmittel; Kind schreit vor Schmerzen, möchte getragen werden; eine Backe rot die andere blass

·       Magnesium phosphoricum: Kauen auf einem Beißring oder der eigenen Faust sowie Wärme erleichtern; mit Koliken

·        

Dosierung: Podenz D12; -1 Jahr 1Kügelchen,-3 Jahre 3 Kügelchen,ab 3 Jahre 5 Kügelchen

Im akuten Fall wird die Gabe alle ein bis zwei Stunden, jedoch nicht länger als über einen Tag gegeben. Wenn Sie merken, dass sich die Symtome verbessern, verlängen Sie die abstände – immer stundenweise – auf drei,vier, fünf oder sechs Stunden. Danach gibt man die Arznei dreimal täglich, bis die Beschwerden vollständig verschwunden sind.

 

Massage

 

Zeigefinge unter Ohr ansetzten und mit kleinen Kreisen Richtung 

Kiefergelen und weiter bis zum Unterkiefer. Anschließen mit kleinen Kreisen die Gaumenleiste im Ober und Unterkiefer von außen massieren.

Eine Stoffwindel um den Zeigefinger wickeln und nass machen. Die ober und untere  Zahnleiste massieren.

 

 

Medikamente

 

Dentinox Zahnungsgel

Osanit 

Vibrucolzäpfchen

Fluoride

 

Mit Nahrungsmittel nehmen wir die für Knochenbildung und Stoffwechselvorgänge benötigte Menge Fluoride auf. Für eine wirksame Kariesprophylaxe recht diese Menge jedoch nicht aus. Nach den Heutigen Erkenntnissen ist eine lokale Fluoridierung an der Zahnoberfläche wirksamer als eine oral eingenommene.

Diese erfolgt mit Zahnpasten, Gel, oder Spüllösungen.

 

Fluorid schützt die Zähne in vierfacher Hinsicht

 

·       Es schützt die Zähne vor dem Säureangriff

·       Es unterstütz die Reperatur bereits eingetretener Säureschäden am Zahnschmelz.

·       Der reparierte Zahnschmelz besteht hinterher aus härterer und säurefesterer Substanz.

·       Fluorid wird mit einer Hemmung der Stoffwechselaktivität und somit mit der Entwicklung säurebildender Bakterien in Verbindung gebracht.

 

Bei der Reaktion von Fluorid mit aus dem Speichel und aus der obersten Schmelzschicht entsteht eine Calciumflluorid-Deckschicht, die als Fluoridvorrat

Dient und bei einem Säureangriff schützt.

 

Allein die Dosis macht, dass das Fluorid kein Gift ist. Überdosierungen können in der Zahnentwicklung zu Zahnflurosen führen die als weiße Flecken zu erkennen sind.

Durch Studien wurde herausgefunden das Aminfluorid eine bessere Bakterienhemmung hat als Natriumfluorid. 

Welche Nahrungsmittel enthalten Fluor?

Ob man Fluor nun aus Lebensmitteln aufnimmt oder nicht: Der Fluoridgehalt der heimischen Böden ist in der Regel sehr gering, daher findet man dieses Spurenelement auch kaum – oder nur in sehr geringer Menge – in heimischem Obst und Gemüse. Ebenso verhält es sich bei Fleisch und Milch. 

Meeresfisch und schwarzer Tee hingegen enthalten relativ viel Fluor, und auch die folgenden Nahrungsmittel sind fluoridhaltig: Butter, Eier, Erdnüsse, Fisch, Hirse, Käse, Muttermilch, Ölsardinen, Spinat und Walnüsse.
 
Es gibt auch Speisesalz, das mit Fluoriden (und Jod) angereichert wurde. 

Was schadet den Zähnen?

 

Zucker ist die Hauptursache der Zahnkaries. Wir eine bestimmte Menge Süßigkeiten Stück für Stück über den Tag verteilt verzehrt, ist die Schädigung weit größer als wenn die ganze Menge auf einmal gegessen wird.

 

Die günstigsten Zeitpunkte für den Verzehr süßer Speisen und Getränke sind die Hauptmalzeiten (zuckerfrei Speisen  sollte man natürlich bevorzugen).

 

Kinder gänzlich zuckerfreie Ernährung zu verordnen, ist unrealistisch, da in vielen Speisen auch versteckter zucker ist. Sacharose, Glukose, Maltose, Fruktose, Dextrose und Sirup sind allesamt Zuckerformen. 

 

Orangensaft

 

Honig

 

Leider gibt es auch Zahnpasten wo versteckte Zuckeranteile enthalten sind.

 

Kinder Tees (Granulate)

 

Fertiggerichte

 

Es gilt aber immer: Wenn Zähne Belagsfrei gehalten werden sprich 1-2x täglich gründlich geputzt werden kann auch keine Karies entstehen.